Alternierendes Sorgerecht nach einer Trennung

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Tom hielt seine Familie für fortschrittlich und teilte sich die elterliche Verantwortung mit seiner Frau. Nach ihrer Trennung hoffte er auf ein abwechselndes Sorgerecht für die Kinder, aber seine Ex-Frau war dagegen und erhielt das alleinige Sorgerecht. Markus Theunert von Männer.ch beschreibt viele ähnliche Fälle, in denen Väter benachteiligt werden.

Analyse der Gerichtspraxis

Obwohl das gemeinsame Sorgerecht häufig gewährt wird, ist dies keine Garantie für ein abwechselndes Sorgerecht. Seit 2017 müssen die Gerichte diese Option in Betracht ziehen, sie wird jedoch selten angewandt, oft nur auf Antrag des Vaters.

Alternierendes Sorgerecht erfordert günstige Rahmenbedingungen

Bern, 24.04.2024 – Der Bundesrat hält die aktuelle Gesetzgebung für das alternierende Sorgerecht für ausreichend und betont, dass die Verteilung der Verantwortlichkeiten von den familiären und alltäglichen Umständen abhängt. Das alternierende Sorgerecht funktioniert am besten, wenn die Eltern die Aufgaben bereits vor der Trennung gerecht geteilt haben.

Die Umstände sind ausschlaggebend

Eltern verzichten häufig aufgrund geografischer und finanzieller Zwänge auf das abwechselnde Sorgerecht. Studien zeigen, dass es Eltern, die sich die Verantwortung bereits geteilt haben, nach der Trennung leichter fällt, das Gleichgewicht zu halten.

Hin zu einer Anpassung des Verfahrens im Familienrecht

Der Bundesrat schlägt Verbesserungen bei der Berechnung von Beiträgen und der Unterstützung von streitenden Eltern vor, wobei ein Bericht bis 2025 erwartet wird.

Schwierige Verhandlungen

Die Gerichte ordnen in 9% bis 29% der Scheidungen das gemeinsame Sorgerecht an, in der Regel auf Antrag der Väter. Studien zeigen jedoch, dass diesem Antrag nur selten stattgegeben wird. Oliver Hunziker von der Schweizerischen Vereinigung für gemeinsame Elternschaft ist enttäuscht über die unklaren Verhältnisse. Yvonne Feri vom Schweizer Verband der Einelternfamilien kritisiert die Forderung einiger Väter und weist auf die logistischen und finanziellen Herausforderungen hin.

Wendepunkt

Die Verhandlungen werden durch finanzielle Erwägungen erschwert, mit erheblichen Auswirkungen auf die Unterhaltszahlungen, je nachdem, wie viel Zeit mit jedem Elternteil verbracht wird.Der Bundesrat erkennt dieses Problem an und schlägt Lösungen vor, um die Übergänge reibungsloser zu gestalten. Die Väterorganisationen hoffen, dass der neue Justizminister, Beat Jans, Verbesserungen für getrennte Familien bringt.

Schlussfolgerung

Der Bundesrat und die Experten sind sich einig, dass das alternierende Sorgerecht am besten funktioniert, wenn es bereits vor der Trennung eine ausgewogene Verteilung der Verantwortlichkeiten gab, und sie betonen die Bedeutung günstiger Bedingungen für beide Elternteile.

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